Arbeitgebermarke drehen – aber wie?

“Freitagnachmittag, 16 Uhr und der Raum ist voll. Toll, habe ich schon gedacht, so viel Interesse am Thema. Doch eben erfuhr ich, dass der Stoff klausurrelevant ist. Trotzdem will ich glauben, dass es Sie interessieren wird, was Sie heute über uns als Arbeitgeber erfahren.”

So startete Wolfgang Goebel, Personalvorstand bei McDonald´s Deutschland seinen gestrigen Vortrag am RheinAhrCampus in Remagen, der im Rahmen einer Vortragsreihe “Personalmanagement in der Praxis” von Dr. Paulina Jedrzejczyk veranstaltet wurde.

Ausgesprochen launig, kurzweilig, informativ, aber vor allem ehrlich behandelte er sein Thema: “Employer Branding – McJobs – vom Klischee zur Glaubwürdigkeit”.

Eine große Herausforderung für das Unternehmen sei das relativ schlechte Arbeitgeberimage gewesen. So hätten einer Umfrage zufolge 84% der MitarbeiterInnen Spaß an ihrer Arbeit, doch in der Bevölkerung lehnten 81% der Menschen McDonald´s als guten Arbeitgeber ab. Hier einen Turnaround hinzubekommen war also die große Aufgabe, der es sich zu stellen galt.

Und dann schilderte er, wie sie mit einer ausgeklügelten Kampagnenstrategie den Imagewandel schafften. Beispielsweise erhielt gleich die erste Staffel eines neuen Spots eine so große Aufmerksamkeit, mit der niemand in dieser Dimension gerechnet hatte. Selbstkritisch wies er aber auch darauf hin, alle Eventualitäten nach einer solchen Kampagne von Anfang an mitzudenken.

Sehr stolz war das Unternehmen, mit dieser Kampagne sogar einen Image-Award erhalten zu haben – und das auch noch vor der Telekom, was Wolfgang Goebel besonders herausstellte.

Faszinierend, einen Personalvorstand erlebt zu haben, der mit Herz und Verstand sein Geschäft strategisch kommunikativ steuert. Darum gibt es hier auch bald ein Interview mit ihm, das ausführlicher auf die Dimension “Personalarbeit und Öffentlichkeitsarbeit” eingehen wird. ICH FREU MICH DRAUF!

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Schlechte Personalarbeit wirkt auch

Eine Großbäckerei schließt. Günther Wallraff hat dort gearbeit. Undercover wie immer hatte er vier Wochen genauer hingeschaut: Arbeitsbedingungen, Aufklärung zu Sicherheitsvorschriften, Brandverletzungen der Kollegen. Dann machte er dies öffentlich.

Jetzt sind 23 Kollegen arbeitslos. „Die Angelegenheit Wallraff hat den Inhaber und seine Familie belastet und tut das noch immer. Diese Tatsache hat sicherlich bei der Entscheidungsfindung eine Rolle gespielt“ so der Geschäftsführer der Bäckerei.

Nun hat diese Geschichte facettenreiche PR-HR-Dimensionen wie z.B.:
Personalarbeit wird durch Öffentlichkeitsarbeit kommuniziert und multipliziert.
23 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz.
Die Ära eines Familienunternehmens ist zu Ende.
Wallraff spendet von seinem Preisgeld (Gerty Spies-Literaturpreis)
€ 3.000 an Kollegen.

Nun weiß ich nicht, wieviel Wallraff-Anteile tatsächlich bei den Schließungsbeschlüssen eingeflossen sind. Aber eines wird durch diese “Geschichte” wieder deutlich: Schlechte Personalarbeit wirkt. Wären die Arbeitsbeitsumstände gut gewesen, wäre Günter Wallraff nicht fündig geworden und somit “arbeitslos”.

Hier geht es zum WELT-ONLINE-Artikel

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PR für HR – Wichtiger denn je!

Das ist das Fazit nach dem gestrigen Besuch des Fachtages Personalkommunikation “PR für HR”. Eingeladen hatten Prof. Dr. Wolfgang Jäger und Prof. Dr. Lothar Rolke in den Mediencampus der Hochschule RheinMain in Wiesbaden zu einem spannenden und informativen Programm.

Personal- und Kommunikationsverantwortliche aus großen, mittleren und kleinen Unternehmen waren gekommen, um mehr zu erfahren über Umsetzungsstrategien zu den Themen: Wie gelingt es, eine Arbeitgebermarke zu positionieren, Personalentwicklung als Marke zu etablieren, Mitarbeiter zu Markenbotschaftern zu machen, Aufbau, Umbau und Abbau eines Unternehmens zu kommunizieren, Web 2.0 zu integrieren oder guidelines für den Umgang mit social web zu formulieren? Oder kurz – Wer macht wie Personalkommunikation?

Repräsentanten der Firmen Telekom, Fraport, Continental, B.Braun Melsungen, Nestlé und Bayer Business Services gaben hierzu Einblicke über Vorgehensweisen, Hindernisse, Herausforderungen und Grenzen.

Einig waren sich alle, dass es bei der Entwicklung und Umsetzung von Kommunikationsstrategien keine Patentrezepte gibt. Jedes Unternehmen “tickt” anders, maßgeschneiderte Konzepte sind gefragt, die passgenau auf die Kultur des Unternehmens und die dort handelnden Menschen ausgerichtet sein müssen.

Wichtig sei ein stärkeres Miteinander der beiden Bereiche Unternehmenskommunikation und Personal. Auf Augenhöhe partnerschaftlich miteinander am selben Ziel arbeiten und möglichst frühzeitig gemeinsam den Weg abstimmen, um eventuelle spätere Kehrtwendungen zu vermeiden war für die einen selbstverständlich. Für die anderen jedoch schwer vorstellbar, aber auch hier zeigte sich der Grundsatz: “Es steht und fällt mit den handelnden Personen.”

Und es steht und fällt mit den richtigen Kommunikationsstrategien. Gute Personalarbeit wirkt, wenn die richtigen Strategien zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort mit den richtigen Zielgruppen eingesetzt werden. Sie zu entwickeln und umzusetzen ist die hohe Kunst.

Auf passenden Kanälen die Klaviatur professioneller Öffentlichkeitsarbeit zu “spielen” machte Peter Kespohl von der Deutschen Telekom AG deutlich. Ob es das aktuelle Mitarbeitermagazin “you and me” mit der Titelgeschichte: “Wie sozial ist die Telekom wirklich?” ist oder ein Video, das einen Flashmop zeigt, zu dem die Telekom aufgerufen hatte, um gemeinsam zu erleben, was verbindet – bei beiden eingesetzten Mitteln wurde im Vorfeld ganz genau überlegt: “Was wollen wir erreichen und welche passenden Mittel setzen wir dazu ein bei der externen und internen Kommunikation?”

Wie ein roter Faden zog sich die Kraft der strategischen Kommunikation durch den Tag. Auch ein neues Selbstverständnis der Personaler schwang mit. Denn sie sind die Schnittstelle zwischen Unternehmensstrategie und Kommunikationsstrategie. Sie verantworten das “Kapital” des Unternehmens: die Mitarbeiter. Hier die passenden Menschen zu finden, zu binden und weiter zu entwickeln ist die Kernaufgabe der Personalverantwortlichen im harten Kampf um die besten Talente. Neues Denken und kommunikatives Handeln ist dabei erforderlich. PR für HR ist wichtiger denn je!

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Was Öffentlichkeitsarbeit bewirken kann…

Eine Stadt plant ein Conference-Center und eine Tageszeitung deckt die Hintergründe auf, die sich nach und nach als Abgründe auftun.

Die Stadt heißt Bonn und die Zeitung “General-Anzeiger”. Dort arbeitet ein Journalistenteam, das in der heutigen Ausgabe wieder allerhand zusammengetragen hat. Mittlerweile ist es der 41. Teil einer Reihe, die sich mit der Aufdeckung des Skandals rund um das WCCB (World Conference Center Bonn) beschäftigt. Das Redaktionsteam, bereits ausgezeichnet mit dem renomierten Wächterpreis, zeigt hier in beeindruckender Weise, wie wichtig journalistisches Nachfassen und Aufdecken ist.

Natürlich ist dies nicht zu jedermann´s Erbauung, wie man unschwer nachvollziehen kann. So wurde heute u.a. eine Werbeagentur mehrfach genannt und deren Verwicklungen in die WCCB-Entwicklungen beschrieben. Im Internet hatte diese bereits reagiert. Gleich auf der Startseite wurde der “sehr geehrte Internet-User” informiert, dass heute wohl mehr Menschen die Homepage besuchen eben wegen dieser Berichterstattung und dass sie sich wehren gegen “verdrehende und falsche Berichterstattung”.

Nun kann ich nicht beurteilen, was wahr oder falsch ist. Ich verfolge lediglich als interessierte Kommunikations- und PR-Frau die Veröffentlichungen rund um das WCCB-Desaster: Wer reagiert wie? Was sagt wer wann warum? Wie geht es weiter?

Heute abend jedenfalls geht es weiter mit der Live-Übertragung der Ratssitzung im Internet und das werde ich mir ansehen – wie viele andere vermutlich auch. Was Öffentlichkeitsarbeit doch bewirken kann…

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Sonntagsrituale und wie sie sich ändern (können)

Jeden Sonntagmorgen dasselbe Ritual: Kaffee kochen, mit dem Rad zum Kiosk, Brötchen und Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung kaufen, zurückfahren, Tisch decken, dann genüsslich frühstücken und in die Lektüre dieser Zeitung versinken.

So sollte es auch heute morgen sein. Doch am Kiosk gab es keine FAS. Sie sei noch nicht angeliefert worden. Wann und ob sie überhaupt noch käme – keine Ahnung. Aber die WELT am SONNTAG ist ja da. Was für eine Alternative zu meinem Ritual, dachte ich und griff dennoch zu.

Und dann trat ein, was ich nicht erwartet hatte: Mit Freude und Genuss las ich manche Kommentare, Berichte, Interviews und entschied: Ab nächsten Sonntag kaufe ich wieder die FAS. Und die WAS.

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Schach und Politik

Weil meine Mutter sich beharrlich weigerte, mit meinem Vater Schach zu spielen, mußten wir Kinder dran glauben. Schon vor der Einschulung war ich mit den Grundzügen dieses Königspiels vertraut und nur um unsere Laune zu erhalten, durften wir entscheiden, ob mein Vater ohne Dame und/oder ohne die beiden Türme gegen uns antritt. Dieses spielerische Element führte tatsächlich dazu, dass wir nach und nach besser wurden und sogar Spaß daran entwickelten. Ich verstand damals nicht, dass ich dadurch auch auf das Leben vorbereitet wurde – privat und beruflich.

Schach hat eine große Faszination. Es geht darum, sein eigenes Spiel zu planen, auszuprobieren, mutig nach vorne zu gehen, sich Zeit für Entscheidungen zu nehmen, sich in das Spiel des Gegenübers einzudenken, vorauszuschauen und flexibel zu agieren, gewinnen zu wollen, verlieren zu können.

Schaut man sich die aktuelle innenpolitische Großwetterlage an, hat man das Gefühl, auf einer deutschen Schachmeisterschaft zu sein. Mehrere Partien werden gleichzeitig ausgetragen, Könige geben auf, Damen greifen an und/oder werden angegriffen, Rochaden durchdacht und ausgeführt, Läufer und Springer sind beschwingt im Einsatz und Bauern schützen, gehen in Stellung, formieren oder isolieren sich.

Es gibt kluge Schachzüge, die sich schnell herumsprechen und weniger kluge, die auch schnell die Runde machen. Manche Spieler sind nur auf ihr eigenes Spiel konzentriert, manche haben auch andere Spiele im Blick, es wird angegriffen, (sich) verteidigt, Stellungen auf- und wieder abgebaut, gewonnen, verloren, matt gesetzt oder Remis vorgeschlagen. Es wird Blitzschach gespielt oder sich Zeit gelassen. Und über allem tickt die Uhr, die zu Entscheidungen zwingt.

Schach und Politik, zwei Welten und doch so nah beieinander.

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“Bitte, langweilen Sie mich doch nicht so”

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, erste Seite Feuilleton, ein Bild von Marcel Reich-Ranicki: Er sitzt auf einem schwarzen Ledersofa mit zusammengekniffenen Augen und einem geqälten Gesichtsausdruck, hinter ihm die Bücherwand. Headline: “Bitte, langweilen Sie mich doch nicht so”.

Ein wunderbarer optischer Sog in einen Artikel, den Johanna Adorján entsprechend einleitet: “Ich solle morgen wieder anrufen, sagt er mehrfach, und eines Morgens dann: Gut, kommen Sie, aber ich gebe dieses Interview gegen meinen Willen. Und wenn Sie mich langweilen, schmeiße ich Sie raus!…”

Und dann geht´s los, das Interview. Es ist im höchsten Maße amüsant und lesenswert, eben weil es so ist, wie es ist: ungewohnt, viele gut gemischte Fragen, kurze Antworten wie “Ja” oder “Nein” oder “Liebe, bitte, lassen Sie.”

Immer wieder der Versuch, mehr zu erfahren, einzukreisen doch immer wieder Sperre und witzige Wortwechsel: “Können Sie ein Beispiel nennen?” “Ich kann, aber ich will es nicht” oder “In den anderen Interviews haben Sie viel mehr gesagt.” “Nein.” “Nein? Dann las sich das nur so.”

Dann der Einblick in das Seelenleben einer Journalistin: “Es ist schwierig mit Ihnen. Sie antworten so kurz, ich hab´das Gefühl, Ihnen ungeheuer auf die Nerven zu gehen… Hm…”

Mit Hochgenuss habe ich diese Zeilen verschlungen, die alles andere als langweilig waren.

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Lenastil(l)

Ich hätte rechtzeitig abschalten sollen. Am späten Abend, nachdem klar war, dass Lena beim Grand Prix gewonnen hatte.

Pünktlich saßen wir vorm Fernseher und verfolgten mit größtem Vergnügen das PR-Highlight sondergleichen: Wie Hamburg personell (Moderatoren, Sänger, Jury-Mitglieder) anknüpfte an die Sendung “Ein Star für Oslo”, wie Oslo als Veranstalter die beste Visitenkarte abgab (humorvoll, abwechslungsreich, innovativ), wie sich die Länder, Sänger, Fans (auf und hinter der Bühne) präsentierten, wie die Länderjury oft mehrsprachig, witzig und politisch ihr Votum abgab und wie der deutsche Moderator Urban die Show immer wieder höchst amüsant und pointiert moderierte.

Es war alles in allem beste Fernsehunterhaltung, der krönende Höhepunkt einer unvergleichlichen (internationalen) Medienkampagne, perfekt inszeniert und (fast) nichts dem Zufall überlassend.

Doch als dann nach dem Ende der Veranstaltung die Live-Schaltung von Oslo nach Hamburg hergestellt war, wurden wir Zeuge folgender Gesprächssituation: Lena, im Interview mit dem Moderator Urban, antwortete auf seine Fragen und sagte dann unvermittelt: “Sie zittern ja.”

Das war der Moment, der nicht gepasst hat, der tief blicken ließ in die Haltung eines Menschen anderen Menschen gegenüber, der nicht zu rechtfertigen ist mit dem Alter, der Unbedachtheit oder der Anspannung. Man muß wissen, was solche Sätze bei anderen auslösen, bei den Adressaten, bei den Berichterstattern.

Hier hätte ich mir eine stille Lena gewünscht. Das wäre guter Stil gewesen.

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Momente, die bleiben

Seinen Vortrag begann er mit zwei Fragen, die ihm immer wieder im Zusammenhang mit seinem Namen begegnen: “Ist das derjenige mit den vier Ohren?” und “Lebt der immer noch?”

Der “Lehrling im Ruhestand”, wie sich Friedemann Schulz von Thun gestern selbst nannte, brachte im Rahmen des Bildungs-Kongresses bei der Metro in Düsseldorf ein Feuerwerk an professionellem Input gepaart mit Witz und einer großen Portion echter, warmherziger Menschlichkeit.

Thema war das innere Team, vielen bekannt, aber auch einigen unbekannt im voll besetzten Saal. Diesen Spagat galt es in Zusammenarbeit mit seinem persönlichen inneren Team zu bewältigen, was er dann auch auf meisterliche Art und Weise skizzierte und praktizierte.

Faszinierend auch sein Umgang mit der Technik. Nicht Powerpoint, sondern Folien mit einprägsamen Bildern brachte er zum Vorschein. Und als er feststellte, dass auf seinen abgeklebten Zetteln auch seine Notizen für alle lesbar waren, sagte er genau das, was ihm gerade durch den Kopf ging und bewies auch damit, wie überraschende Situationen kommunikativ brilliant gelöst werden können.

Friedemann Schulz von Thun zeigte sich als Wissenschaftsmensch, der sein Fachgebiet lebt, wach und interessiert bleibt, neugierig Altes auf den Prüfstand stellt, Neues entdeckt und diesen Spuren weiter folgt.

Er zeigte sich aber auch von einer zutiefst menschlichen Seite. Beispielsweise als er damals als Achtjähriger einen schlimmen Fahrradunfall hatte. Ein 13jähriges Mädchen half ihm und begleitete ihn zum Arzt. Peinlich sei ihm das gewesen und immer, wenn er dem Mädchen später begegnete, wich er aus. Jahrzehnte später erinnerte er sich an diese Situation und ihm wurde klar, dass der Dankbare (ein Teammitglied seines inneren Teams) damals gar nicht zu Wort gekommen war. Und so spürte er die Frau nach über 50 Jahren auf und holte nach, was er damals versäumt hatte. Sein Appell in die Runde: “Es lohnt sich sehr, darüber nachzudenken, bei wem man sich bisher noch nicht für etwas besonderes bedankt hat und es dann zu tun, für den Anderen, aber auch für sich selbst.”

Oder als es darum ging, dass die Stelle seiner Sekretärin gekürzt werden sollte und er zunächst akzeptierte und resignierte. Doch Tage später stellte sich etwas ein, das ihm bisher verborgen war. Ein inneres Teammitglied hatte sich verspätet gemeldet und zeigte den Rebellen in ihm, was dann letztlich auch dazu führte, dass seine Sekretärin noch heute für ihn arbeitet.

Mit Begeisterung gab Friedemann Schulz von Thun seine Erkenntnisse an das interessierte und aufmerksam lauschende Publikum weiter, manchmal auch in Reimform: “Willst du ein guter Partner sein, dann schau auch in dich selbst hinein” war nur ein Beispiel seiner vielfältigen pointierten Aussagen.

Am Ende des Vortrags wurde er gefragt, ob er denn auch jetzt nach seinem Ruhestand zu buchen sei und er antwortete auf seine unnachahmliche Art: “Ach, dazu habe ich doch auch noch eine Folie”, suchte, fand und legte sie auf, darauf handgeschrieben seine Kontaktdaten.

Es war ein besonderer Moment gestern mit einem besonderen Menschen. Echt, authentisch, klug, humorvoll und inspirierend. Und ganz im Sinne von Friedemann Schulz von Thun gebührt auch großer Dank an die Menschen, die den Kongress zu einem Besonderen gemacht haben: Die Verantwortlichen der Metro AG und der Stiftung Pro Ausbildung so wie den Köchen, Servicemitarbeitern und den Technikern – vor und hinter den Kulissen.

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Haltung(en)

Heribert Prantl war gestern abend im Plenarsaal in Bonn. Es war ein würdiger Anlaß, denn er erhielt dort für sein journalistisches Schaffen den Cicero-Rednerpreis. Der Festredner Christian Ude über Prantl: “Er bekennt Farbe, bezieht Position, streitet, kämpft, für die Freiheitsrechte, für die Zukunft der Gesellschaft.“ Und er beschreibt ihn weiter als “bildmächtigen Formulierer und wortgewaltigen Schreiber”.

Er selbst sprach in seiner denkwürdigen Dankesrede auch über Haltungen: “Haltung heißt: für etwas einstehen, sich nicht verbiegen lassen” und hielt ein Plädoyer auf einen mutigen Journalismus, unabhängig, ob Online oder Print.

Mich beeindrucken Menschen, die sich selbst treu sind und mit Leib und Seele dafür stehen, was ihnen wichtig ist. Die Haltung bewahren und ihren Werten folgen. Die mutig, leidenschaftlich und brilliant ihre Gedanken formulieren – schriftlich und mündlich. Ein Mensch wie Heribert Prantl.

www.cicero-rednerpreis.de

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